Eike Becker_Architekten

Urbane Architektur

Bereits in unserer Sommerausgabe 2024 haben wir das hochmoderne, architektonisch herausragende Bürogebäude The Bow vorgestellt, das derzeit auf dem Güterbahnhofareal in Freiburg im Breisgau entsteht und an dem wir als Projektpartner beteiligt sind. Den Entwurf für The Bow verantwortet das renommierte Büro des Hamburger Stararchitekten Hadi Teherani. Wir haben mit ihm über sein Architekturverständnis, die Anforderungen an zeitgemäße Bürobauten sowie die besonderen Herausforderungen des Projekts gesprochen. 

Foto@Eike Becker_Architekten

Herr Becker, was macht für Sie gelungene Architektur aus?
Wir haben den Anspruch, den immer vielfältigeren Anforderungen, die sowohl von Seiten der Gesellschaft als auch individuell an Architektur gestellt werden, so umfassend wie möglich gerecht zu werden. Architektur soll „gute“ Räume schaffen – öffentlich wie privat – und  ästhetisch ansprechend, funktional und nachhaltig sein. Unsere Antwort auf die stetig zunehmende Komplexität haben wir unter dem Begriff der „Superferenz“ zu unserer architektonischen Strategie und Entwurfsmethode entwickelt.

Ihr Interesse gilt stets auch dem Zusammenspiel von Architektur und Stadt. Welche Rolle spielt dieser Ansatz bei repräsentativen Unternehmensgebäuden wie dem MAXXHeim?Unternehmensarchitektur geht weit über die rein funktionalen Ansprüche an einen modernen Firmensitz hinaus. Betrieblich genutzte Immobilien machen rund zehn Prozent aller Gebäude aus. Corporate Architecture prägt das Gesicht unserer Städte und die Qualität unserer Lebensräume zu einem wesentlichen Teil. Daraus erwächst eine besondere städtebauliche Verantwortung. Sie sollte neben ihrer repräsentativen Wirkung für das Unternehmen auch einen Mehrwert für das architektonische Erscheinungsbild der städtebaulichen Umgebung bieten. 

Sie plädieren dafür, im Wohnungsbau auf liebgewonnene Standards zu verzichten, um Bauen und Wohnen wieder bezahlbar zu machen.
Wir haben uns an bestimmte Wohnstandards gewöhnt, die wir auf immer kleinere Einheiten übertragen. Wir müssen prüfen, ob das angesichts der immens gestiegenen Baukosten noch angemessen ist. Braucht jede Wohnung einen Balkon, auch wenn sie noch so klein ist? Wäre es nicht  sinnvoller,  Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoss oder auf der Dachterrasse anzubieten? Das würde auch der zunehmenden Vereinsamung entgegenwirken. Und das ist nur ein Beispiel. Gute Wohn- und Lebensqualität bemisst sich nicht nach Quadratmetern und Ausstattung. Leider tun wir uns hierzulande mit der Umsetzung innovativer Wohnkonzepte schwer.

 

Entwurf@Eike Becker_Architekten

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Sehen Sie diesen Nachholbedarf auch bei Büroimmobilien?
Besseres Bauen heißt in diesem Bereich nachhaltigeres und energieeffizienteres Bauen sowie eine möglichst CO₂-arme Bauweise. Die Motivation ist hier eine andere: Die Büroimmobilie eines Unternehmens zahlt unmittelbar auf dessen Glaubwürdigkeit gegenüber Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden ein – und diese wird zunehmend auch von Nachhaltigkeitskriterien bestimmt. Unternehmen müssen heute darauf achten, ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Das lässt sich in hohem Maße über die Immobilie erreichen, die dazu rund 25 Prozent beiträgt. Vor diesem Hintergrund spielt der reine Mietpreis eine geringere Rolle.

Darüber hinaus müssen wir attraktive Arbeitsplätze schaffen, um die Mitarbeitenden wieder ins Büro zu bringen. Nur wenn Menschen zusammenkommen, kann echte Teamarbeit entstehen. Moderne Kommunikationstechnik kann das unterstützen, jedoch den direkten Austausch nicht vollständig ersetzen. Mit dem Campuscharakter von MAXXHeim greifen wir diesen Gedanken auf.